LERNWEG | Was wissen Sie? Was können Sie? Was interessiert Sie?

 

Lebenslanges Lernen

Lebenslanges Lernen:
„Was wissen Sie? Was können Sie?
- Was interessiert Sie?“

Detlev Roth | [Download als PDF]

 

Wenn Sie so gefragt werden, dann werden Sie vermutlich – wie die meisten von uns - einen Moment in Stocken geraten. Was soll man darauf antworten? „Vieles!“ - möchte man sagen, wissend, dass es keine Antwort ist.

Können Sie sich selbst diese Frage beantworten? Auch hier wird es in der Regel so sein, dass Sie es nicht – zumindestens nicht zufriedenstellend – beantworten können.

Nun ja, es stellt ja auch keiner die Frage, oder? - Na doch. Gelegentlich stelle ich mir doch die Frage. Und die Frage kommt mir in den Sinn, wenn ich mein Studium auswähle, wenn ich dann mit dem Professor über das Thema der Bachelorarbeit oder später der Masterarbeit sprechen will. Und wenn ich mir darüber Gedanken mache, für welchen Job ich mich als nächstes bewerben möchte – oder wenn die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch auf dem Tisch liegt.

Wäre also gut eine Antwort zu haben.

Wie können Sie sich (oder anderen) darstellen,
was Sie wissen und was Sie können?

Es gibt A) die Ressourcen – die Informationen, den Stoff, mit dem Sie sich beschäftigen oder schon einmal beschäftigt haben.
Es gibt B) Ihr Wissen, das, was Sie sich eingeprägt haben, was Sie stets präsent haben. Jemand stellt Ihnen eine Frage und Sie haben sofort die Antwort.
Und es gibt C) Ihre Anwendungen, Ihre Erfahrung. Das, was Sie aus Ihren Informationen und Ihrem Wissen bisher „gemacht“ haben. Ausbildungsabschlüsse, Zertifikate, Projekte, selbst erstellte Werke. Außerdem Beurteilungen und positive Feedbacks Ihrer Ausbilder, Kommilitonen, Kollegen, Seminarteilnehmer.



Lebenslanges Lernen Arbeits- und Präsentationsmodell

Abb. 1: Arbeits- und Präsentationsmodell

Dieses Arbeits- und Präsentationsmodell ist einfach, aussagekräftig und nützlich.

Nachdem Sie diese 3 Bereiche gefüllt haben, sehen Sie klar und deutlich Ihren aktuellen Stand (→ Wie gehen Sie in LERNWEG vor?)

Wenn Sie mit dem aktuellen Stand zufrieden sind, dann können Sie jetzt sagen, warum Sie zufrieden sind und anderen dies auch zeigen. Möchten Sie ein Gespräch mit einem Berater, Ausbilder, Professor oder Arbeitgeber führen, dann wird Ihnen diese visuelle Präsentation willkommen sein – Ihnen und Ihrem Gesprächspartner.

Wenn Sie mit dem aktuellen Stand nicht zufrieden sind, haben Sie nun eine Grundlage, auf der Sie Ihre bisherigen Aktivitäten reflektieren können. Wenn Sie alleine mit der Reflektion nicht weiterkommen, dann ist es jetzt einfach, jemand anderen um Rat zu fragen – Freunde, Berater, Ihren Ausbilder, Ihren Professor oder Arbeitgeber.

Womit Sie die 3 Bereiche füllen können:

A) Literatur und andere Informationen und Informationsquellen

B) Inhalte, die Sie 100% können. D. h. jemand könnte Sie abfragen, und es ist leicht für Sie alle Fragen zu beantworten. Daten, Begriffe, Definitionen, Techniken, Methoden, Werkbeschreibungen.

C) Hier sammeln Sie – neben Ihren Ausbildungsabschlüssen, Zertifikaten, Projekten, Werken, Beurteilungen und Feedbacks - was Sie mit Ihrem Wissen angefangen haben. Wie Sie es eingesetzt haben, was Sie jetzt denken, geschrieben oder veröffentlicht haben, Ihr methodisches Vorgehen, Ihre Kreativität, Ihre Praxisnähe, Ihr theoretisches Verständnis.

Wie Sie Ihre Aktivitäten bzw. die Inhalte in den 3 Bereichen reflektieren können:

Zur Vorbereitung: Vergegenwärtigen Sie sich die Ziele, die Sie sich damals gesetzt haben und notieren Sie die Ziele, die Sie heute verfolgen. Damit haben Sie jetzt klar vor Augen, welche Fachgebiete für Sie relevant sind. Wie lauten Ihre Fachgebiete?



Zu Bereich A) Literatur(-liste) und andere Informationsquellen pro Fachgebiet (in denen Sie kompetent waren, sind oder sein möchten):

  1. Decken meine Materialien den aktuellen Standard für das jeweilige Fachgebiet ab?
    (Beachten Sie ggf. Neuauflagen) Welche Materialien fehlen: ________ ? (Ziehen Sie Kompendien und aktuelle vorgeschriebene Studieninhalte zu Rate)
  2. Verfüge ich auch über die wichtigsten englischsprachigen Materialien?
    Welche fehlen: ______?
  3. Welche Institutionen sind im Fachgebiet derzeit führend?
    (Universitäten, Unternehmen, Organisationen)
  4. Welche anerkannten Fachzeitschriften erscheinen regelmäßig zu diesem Fachgebiet (in deutscher und englischer Sprache)? Kann ich sie regelmäßig lesen?
  5. Welche anerkannten Newsletter und Blogs erscheinen in deutscher und englischer Sprache? Kann ich sie regelmäßig lesen?
  6. Was sind heute die 3 meistdiskutierten Themen dieses Fachgebietes?
  7. Wer sind die 3 führenden Kapazitäten auf dem Fachgebiet?
  8. Habe ich die Definitionen der wichtigsten Begriffe dieses Fachgebietes?
    Kenne ich die Begriffe in englischer Sprache?
  9. Sind mir die wichtigsten angewandten Methoden und Techniken des Fachgebietes bekannt?
  10. Sind Theorie und Praxis bzgl. des Fachgebietes bei mir im Gleichgewicht?

Nehmen Sie einfach die wichtigsten Inhalte als Ressourcen in die Informationsbasis auf und lernen Sie diese.

Zu Bereich B)

  1. Haben Sie die aktuellen Inhalte Ihrer gewählten Fachgebiete so aufmerksam gelesen, dass Sie diese in Ihrem Wissen ablegen können?
  2. Verfügen Sie über effiziente Methoden des Gedächtnistrainings?
    Kommen Sie damit gut zurecht?
  3. Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit, Inhalte zu wiederholen?
  4. Lassen Sie sich gelegentlich von jemand abfragen?

Wenn die Anzahl der Wissensinhalte jeden Monat steigt, wissen Sie, dass Sie erfolgreich gelernt haben.

Zu Bereich C)

  1. Werfen Sie einen selbstkritischen Blick auf Ihre Zeugnisse, Beurteilungen und Feedbacks Ihrer Ausbilder, Kommilitonen, Kollegen, Seminarteilnehmer. Wofür erhielten Sie „Lob“, was wurde nicht erwähnt? Welche Fähigkeiten möchten Sie noch hervorheben oder entwickeln?
  2. Sind die wichtigsten Informationen auch in englischer Sprache verfügbar? Was können Sie noch tun, um jemandem, der nur die englische Sprache beherrscht, hinreichend zu informieren (Zeugnisse, Beurteilungen ...)?
  3. Dokumentieren Sie Ihre Aktivitäten im Lerntagebuch. Es hilft nachzuvollziehen, warum Sie manche Entscheidungen getroffen haben.

Wie gehen Sie in LERNWEG vor?

  1. Im LERNWEG Programm steht die Folie „Ressourcen“ für den Bereich A).
    Ab dem Moment, wo Sie Eingaben in LERNWEG machen, sammeln Sie Informationen und machen sich Ihre Notizen. Füllen Sie den Bereich A) mit einer Literaturliste. Nutzen Sie die Möglichkeit einer kurzen Inhaltsbeschreibung und Kommentare einzugeben. Es hilft Ihnen bei der Erinnerung und zeigt ggf. bei einer Präsentation, dass Sie sich mit den Büchern beschäftigt haben. Machen Sie das gleiche mit anderen Ressourcen (Bildmaterial, Audiomaterial, Videomaterial u.ä.).
  2. Im LERNWEG Programm steht die Folie „Mein Wissen“ für den Bereich B) und die Folie „Meine Anwendungen / Erfahrungen“ für den Bereich C).
  3. Möchten Sie sich einen Überblick über Ihr Wissen oder Ihre Anwendungen / Erfahrungen verschaffen, dann setzen Sie den Filter auf die jeweilige(n) Folie(n).
  4. Möchten Sie anderen Ihr Wissen oder Ihre Anwendungen / Erfahrungen präsentieren, richten Sie für die beiden Folien einen Gastzugang ein. Andere können dann nur diese Inhalte sehen.
  5. Arbeiten Sie mit Wiederholungen („Jetzt lernen!“) und Gedächtnistraining.
  6. Präsentieren Sie anderen Ihr Modell.
  7. Bitten Sie andere, Ihr Wissen abzufragen.

„Zeugnisse haben ein Verfallsdatum. Ihr Wissen sollte keines haben.“

Wenn Sie kontinuierlich mit den 3 Bereichen arbeiten, können Sie leicht Ihre Lernaktivitäten, Ihr stetig wachsendes Wissen und Ihre Anwendungskompetenz präsentieren. Sie zeigen damit eine aktuelle Momentaufnahme. Sie gewinnen Klarheit, Zeit in Beratungsgesprächen und überzeugen in Bewerbungsverfahren durch aktuelles Wissen und Kompetenz.

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